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STRESS MACHT KRANK!

Tiere spiegeln die Krankheiten des Menschen. Die Auswirkung von Stress auf die Gesundheit kann langfristige Folgen haben.
Natürliche Instinkte und Lebensräume
Aufatmen! Schon am zweiten Tag, nachdem meine beiden Pferde in ihrer neuen Herde angekommen sind, legen sich beide zum Schlafen nieder. Nach einer sehr stressigen Reise in ihr neues Leben. Trotz der Strapazen spüre ich, dass meine Entscheidung richtig war. Die beiden Jungs hatten die besten Lebensbedingungen bei mir: Viel Platz, ein ruhiges Umfeld, immer genügend und gutes Futter. Sie arrangierten sich gut miteinander – zu zweit. Pferde sind Fluchttiere und ihr Sicherheitsbedürfnis verlangt nach einer Herde zum gegenseitigen Schutz. Nun haben sie die. Echte Integration braucht Zeit, aber schon jetzt verschaffen ihnen die vielen Artgenossen Entspannung. Beide liegen im Gras.
Die Gemeinschaft macht’s! Uns Menschen geht es doch genauso. Wichtig ist uns vor allem unsere Gesundheit und ein gut funktionierendes soziales Umfeld.
Wildpferde kennen keinen dauerhaften Stress
Pferde leben in ihrer Natur in ihrer Familienherde oder Gruppe, die mit anderen Herden einen Herdenverbund von etwa (je nach Region) 100-200 Pferden bildet. Fohlen wachsen an der Seite ihrer Eltern auf. Alle haben einen gemeinsamen Tagesrhythmus, ruhen, fressen, wandern. Stehen eng oder geben sich Raum. Davon gibt es immer genug, um einander auch ausweichen zu können. Lässt sich genügend Futter für alle finden, gibt es keinen Stress.


STRESSFAKTOREN BEIM PFERD

Ein Fohlen wird geboren
Wollen wir den Vergleich ziehen zu den Pferden in unserer Haltung? Oft wird die Geburt des Fohlens von unserem Stress begleitet. Spätestens mit der Trennung von der Mutter erlebt es das erste Trauma. Wir entscheiden: Das Fohlen wird abgesetzt. So etwas gibt es in der Natur nicht. Dort bleibt die Familie beieinander. Die Erziehung übernehmen zum Großteil die Hengste und die ganze Herdengemeinschaft ist beteiligt. Manche Jungpferde verlassen die Herde, wenn die Zeit reif ist, jedoch selten vor dem 2. Lebensjahr, eher später. Sie wechseln innerhalb des großen Herdenverbandes und kennen sich meist schon untereinander. Viele bleiben zeitlebens in ihrer Familienherde.
Und unsere Pferde sind den wild lebenden Pferden näher, als wir es für möglich halten. Sie sind in vollem Besitz ihrer natürlichen Instinkte,- das macht sie in unserer Haltung außerhalb ihrer wichtigsten Grundbedürfnisse so empfindlich und sie werden krank.


Ruhen im Kreis der Herde


PFERDE IM MENSCHENSYSTEM
Heute bekam ich einen Anruf von einer jungen Pferdebesitzerin, deren 24-jähriger Wallach eine Narkolepsie entwickelt hat. Sie wollte wissen, ob das homöopathisch zu behandeln sei. Ich erfuhr, dass das ehemalige Sportpferd schon sehr oft seinen Stall und seine Herde wechseln musste. Aktuell steht er in einem Reitstall in einer großen Box mit Paddock. Stundenweise ist er auf der Koppel, aber er wird um die Mittagszeit nervös. Das legt sich erst wieder, wenn er zurück ist im Stall.
Die weitere Anamnese ergab: 1. Auf der Koppel ist kein Futter. 2. Der Hengst vom Nachbarstall wird zur Mittagszeit hereingeholt. 3. Die Box ist mit Sägespänen eingestreut.
4. Heu gibt es wenig und nur aus dem Heunetz. 5. Es herrscht viel Trubel im Stall.
Meine Antwort ist die Gegenfrage: Was könnte an den Haltungsbedingungen geändert werden, damit sich das Pferd sicher fühlt und zur Ruhe kommen kann? Bestenfalls in Begleitung mit Homöopathie oder anderen naturheilkundlichen Mitteln.
Manchen Pferden merkt man den Stress nicht an. Insbesondere Islandpferde sind Meister in der Anpassung. Doch gerade die ursprünglichen Rassen entwickeln durch Stress häufig körperliche Symptome und Erkrankungen. Vielleicht ist es generell so, dass wir Menschen schwer erkennen können, wann ein Pferd in Stress gerät. Außerdem haben wir unsere persönlichen Ansprüche und Glaubenssätze, die mit den ursprünglichen Bedürfnissen der Pferde psychisch und physisch leicht in Konflikt geraten. Dabei sind die Auswirkungen von Stress die Krankheitsbringer schlechthin und werden in der Therapie oft übersehen. Hier einige Beispiele:


BEISPIELE STRESSAUSLÖSER

Soziales:
• Fohlen absetzen, Trennung mit 6 Monaten: Stress für Stute und Fohlen (völlig gegen die Natur)
• Fehlende Familienherde, keine stabile soziale Gemeinschaft (Sicherheit)
• Herdenwechsel, Herdenverlust, kein stabiler Herdenverbund
• Kein gemeinsamer Tagesrhythmus (Ruhen, Fressen, Standortwechsel)
• Ungünstige Herdenkonstellation (zudem meist zu wenig Platz zum Ausweichen bei Konflikten)
• Fehlende Individualdistanz (Boxenhaltung = erzwungene Nachbarschaft)
• Fluchttier ohne Fluchtmöglichkeit (Boxenhaltung)
• Hengste in Einzelhaltung (fehlende Sozialkontakte, zu eng am Nachbarn)


Reiten, Transport:
• Reiten
• Transporte
• Leistungssport
• Missverständnisse mit dem Menschen
• Schmerz (durch fehlenden Schmerzlaut oft schwer zu erkennen!)
• Ruhebedürfnis wird vom Reiter missachtet (Ruhephasen oft nicht bekannt)
Haltungsbedingungen, Gesundheit
• Ressourcenknappheit (Rationierte Futtergaben, zu einseitiges Futter)
• Kastration
• Klinikaufenthalt oder TÄ Eingriffe
• Haltungsbedingungen sind nicht artgerecht
• Falsche Hufbearbeitung
• Falsche Zahnbehandlung
• Mangelnde Bewegung
• Veränderte Bedürfnisse durch Erkrankung = Teufelskreis, z.B.: Juckreiz durch Allergie, Magenschmerzen, …
• Medikamentengaben
• Futter von mangelhafter Qualität und Auswahl
• IMPFUNGEN!
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Mit dem Pferd in den Urlaub fahren?  Pferde importieren?
Zum Transportstress kommt ein Herdenverlust.
Dieser immense Stress schwächt das Immunsystem!


TRANSPORTEINFLÜSSE ALS STRESSAUSLÖSER:
• Angst, Nervosität, gestörte Psyche
• Falsche Körperhaltung
• Verletzungen
• Überhitzung/ Unterkühlung
• Limitierung physiologischer Reaktionen (urinieren)
• Aufnahme quantitativ hoher Mengen Bakterien mit Ansiedlung am Bronchialbaum
• Reduktion der Funktion von Alveolarmakrophagen (Immunzellen der Lungenbläschen)
• Anstieg von CO (bis um das 10-fache) im Blut
• Freisetzung von ACTH (Steuerung der Kortisolproduktion)
• Freisetzung von Katecholaminen (Stresshormone und Neurotransmitter)
• Dehydration


Stress und seine Folgen
Mögliche Folgen von Stress sind alle „Zivilisationserkrankungen“ wie Magengeschwüre, Stoffwechselerkrankungen, Koliken, Allergien, Sommerekzem, Asthma, Hufrehe, Verhaltensstörungen, u.v.m. Diese Erkrankungen gibt es bei wild lebenden Pferden nicht!


STRESSHORMONE
Eine Erklärung für den Zusammenhang zwischen Stress und einem geschwächten Immunsystem liegt in der Wirkung von Stresshormonen wie Cortisol auf die Immunzellen.
Ein starkes Immunsystem schützt vor Viren, Bakterien und Schadstoffen. Durch eine stressige Situation, reagiert der Körper mit der Aktivierung des sogenannten sympatho-adrenomedullären Systems (SAM-Achse) und der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden-Achse (HPA-Achse). Diese beiden Stressreaktionssysteme stimulieren die Produktion von Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol, um den Körper auf eine erhöhte Belastung vorzubereiten.
Kurzfristig hilft das, Energie bereitzustellen. Doch bei anhaltendem Stress wird das Immunsystem gebremst – die Immunabwehr verliert an Effektivität, während gleichzeitig die Zahl wichtiger Abwehrzellen sinkt.
• Cortisol unterdrückt das Immunsystem, indem es Entzündungsreaktionen reduziert.
• Immunzellen wie Lymphozyten arbeiten weniger effektiv.
Durch chronischen Stress wird die Anzahl und Aktivität von natürlichen Killerzellen reduziert, was zu einer gestörten Immunabwehr führen kann. Die Anfälligkeit für Infektionen und Entzündungen wird damit erhöht.


DAUERHAFTER STRESS UND CHRONISCHE ENTZÜNDUNGEN
Während akuter Stress Entzündungen kurzzeitig unterdrückt, führt dauerhafter Stress oft zu einem gegenteiligen Effekt: Der Körper produziert vermehrt entzündungsfördernde Stoffe.
Durch die erhöhte Belastung mit freien Radikalen entsteht sogenannter oxidativer Stress, der Zellen und Gewebe schädigt und die Widerstandskraft des Immunsystems senkt.
Fazit: Wenn übermäßige Belastung auf ein geschwächtes Immunsystem trifft, kann die erwünschte Abwehr nicht gebildet werden.


STRESS UND SEINE AUSWIKUNGEN AUF DAS ABWEHRSYSTEM
Ein geschwächtes Immunsystem kann kranke Zellen schlechter bekämpfen und Entzündungen im Körper werden dadurch gefördert. Das kann viele Folgen haben und beispielsweise Tumore (Sarkoide u.a.) fördern.
Ein überlastetes Immunsystem verliert manchmal die Fähigkeit, zwischen eigenen und fremden Stoffen zu unterscheiden. Das kann dazu führen, dass es körpereigene Zellen angreift. Zivilisationserkrankungen wie Allergien, Asthma oder Stoffwechselerkrankungen werden durch Stress oft verschlimmert oder sogar ausgelöst.


IMMUNABWEHR DURCH HISTAMIN
Durch Histamin kann Adrenalin im Körper freigesetzt werden. Beide Substanzen arbeiten physiologisch eng zusammen, insbesondere bei Stressreaktionen, allergischen Reaktionen und zur Regulierung des Herz-Kreislaufsystems. Das Gewebshormon Histamin wirkt als Neurotransmitter. Es ist im Pflanzenreich und in Bakterien weit verbreitet.
Bei allen Säugetieren spielt Histamin die zentrale Rolle in der Abwehr körperfremder Stoffe. Das Gewebe schwillt an, höhere Permeabilität der Blutgefäße ist die Folge. Außerdem dient es der Regulation der Magensaftproduktion, zur Appetit¬kontrolle und hat Einfluss auf den Wach-Schlaf-Rhythmus.
Eine überhöhte Histaminproduktion überhöht auch den Abwehreffekt. Nesselauschlag, Sommerkzem, Asthma, Hufreheerkrankungen können die Folge sein. Solche Erkrankungen werden schnell chronisch.
Adrenalin wirkt kurzfristig schmerzhemmend (kann zu grenzüberschreitenden Leistungen führen). Dauerhaft belastet Adrenalin das Herz-Kreislaufsystem.
Bei Langzeitstress schüttet der Körper dagegen Glukokortikoide wie Cortisol aus. Dieser Prozess verläuft vergleichsweise langsam. ACTH (Adrenocorticotropes Hormon) ist ein wichtiges Peptidhormon, das die Cortisolproduktion in der Nebennierenrinde steuert. Cortisol reguliert den Stoffwechsel und Stressreaktionen und stellt dem Körper dazu energiereiche Verbindungen zur Verfügung. Bei übermäßiger Cortisol-Stimulierung können Störungen der Nebennieren (Morbus Cushing) als Langzeiterkrankung folgen.


HISTAMIN IM FUTTER
Histamin entsteht im Gras, das immer kurz gehalten wird und auch in (fehlgegärtem) Silagefutter. Werden Pferde auf begrenzter Weidefläche gehalten, so dass sie jedes nachwachsende Grün sofort fressen, bekommen sie dadurch, aber auch durch Hefen, Bakterien und Schimmelpilze, die sie durch die Erde an den kurzen Halmen mitfressen, sehr viel Histamin ab. Anders ist es, wenn sie lang gewachsene, hoch aufgeschossene Halme und Grassamen fressen. Die Histaminaufnahme ist dann wesentlich geringer. Diese Erkenntnis ist genau das Gegenteil weitverbreiteter Haltungsmethoden von Pferden, die hufrehegefährdet sind.
Histaminabbau
Der Körper kann überschüssiges Histamin loswerden, wenn der Darm über ein gesundes Mikrobiom verfügt. Ein immer – über kräuterreiche Wiesen und Blätter von Sträuchern und Bäumen – gut gefüllter Darm sorgt dafür.


IMPFE NIEMALS IN STRESSSITUATIONEN!
Vor Impfungen in Stresssituationen warnt Virologe Prof. Dr. Dr. Thein explizit in seinem Vortrag.
Mehr dazu kann nachgelesen werden unter IMPFUNGEN  Den gesamten Vortrag gibt es bei YouTube: Impfungen des Pferdes, Prof. Dr. Dr. Thein
Zum Weiterlesen: STRESSFAKTOR FUTTER


Wir brauchen Haltungsbedingungen, die sich am ursprünglichen Leben der Pferde orientieren, die das Immunsystem stärken, vor Erkrankungen und das wichtigste dabei: Ein Leben im natürlichen Rhythmus, ohne Stress, in einem stabilen Herdensystem. Denn: Die Herde ist alles!
THP Katrin Ehrlich