Schutz vor Infektionen: Impfen wir zu viel ?
Datei zur Präsentation "Impfungen des Pferdes" Prof. Thein, Art-Gerecht-Pferd 07.03.2026:
Chronische Erkrankungen, Hufrehe, Allergien und Hautprobleme sind heute immer stärker auftretende Probleme, wegen denen der Tierhalter bei Tierarzt oder Tierheilpraktiker um Hilfe bittet. Doch wo kommt das her? Impfungen und Medikamentengaben werde als Auslöser hierfür nicht oder selten genannt bzw. damit in direkten Zusammenhang gebracht.
Impfungen können ein wirkungsvoller Schutz vor Krankheiten sein. Sie sind jedoch ein nicht zu unterschätzender Eingriff in das Immunsystem. Was Tierhalter und auch viele Tierärzte über Schutz- und Nebenwirkungen von Impfstoffen erfahren, stammt zumeist von den Herstellern der Impfstoffe selbst. Unabhängige und objektive Impfaufklärung ist selten, Studien bei Tieren über die Wirkungen und Nebenwirkungen der einzelnen Impfungen sind sehr gering und wenig bekannt. Hier werden einige wertvolle Informationen und Fachartikel zur Verfügung gestellt.
Impfungen - Ein Interview mit Prof. Dr. Thein*
Es gibt Beobachtungen, dass ein Stallwechsel, der Import eines Pferdes, das Reisen mit Pferden oder auch ein Turnieraufenthalt in Verbindung mit Impfungen als Folgeerscheinung, eine allergische Reaktion hervorrufen kann.
Beobachtet wurde hier u.a. das Sommerekzem, als Überempfindlichkeit gegen Stiche der Stechmücken, oft erst in der darauffolgenden Saison.
Aber auch Atemwegsprobleme, Stoffwechselerkrankungen oder Hufrehe scheinen als Reaktion nach Impfungen nicht selten und durchaus möglich zu sein. Oft scheinen die Probleme direkt nach der Impfung, nach Tagen oder erst nach Wochen oder sogar Monate später aufzutreten.
1. Wie können Sie die Beobachtungen erklären, dass sich ein Sommerekzem nach Impfungen in oder nach einer Stresssituation entwickelt?
Prof. Thein: Das Sommerekzem hat viele Ursachen, z.B. Schmutzinfektion durch Bakterien, vor allem in Verbindung mit UV Belastung, Nässe usw., genetische Disposition, z.B. Isländer mit Typ 1 Allergie gegen Kriebelmückenspeichel, Immundisposition. Hierbei kann exo – wie endogener Stress eine triggernde Rolle spielen.
2. Können wir hier von einer Überbelastung des Körpers durch zu viel unbekannte Toxine, körperfremde Eiweiße mit einer darauffolgenden Überreaktion = Allergie ausgehen?
Prof. Thein: Wiederholte Exposition gegenüber einem Allergen kann zur Bindung dieses Antigens an vorgebildete Antikörper der Mastzellenoberfläche führen. Diese wird zerstört und die Zellen entlassen Histamin und Serotonin, was zu spontanen allergischen Reaktionen führen kann.
3. Warum scheint es problematisch zu sein, in Stresssituationen (wie Herdenverlust, Stallwechsel, Reitturnier) zu impfen?
Weil jeder Stress ACTH, also Hormone aus der Cortisonreihe, induziert und das eine immunsupprimierende (das eigene Abwehrsystem unterdrückende) Wirkung bedingen könnte.
4. Wie ist das zu erklären? Gibt es hier wissenschaftliche Untersuchungen? Wenn ja, wo sind hier Studien zu finden? …..
Prof. Thein: Sie sind genügend vorhanden, z.B. in meiner Publikation zum „richtigen Impfen“.
5. Was kann passieren, wenn in einen geschwächten Körper geimpft wird? Wie können die Auswirkungen aus ihrer Sicht aussehen?
Prof. Thein: Zunächst nicht der gewünschte Erfolg der Stimulierung des Immunsystems. Dann weitere klinische Folgen. Siehe dazu in den „Impfschadenunterlagen“.
6. Eine Wirksamkeit der Impfung hängt von vielen Faktoren ab. Wie hoch schätzen Sie das Nutzen- Risikoverhältnis bei der Influenzaimpfung persönlich ein?
Prof. Thein: Das Nutzen Risikoverhältnis geht zu Gunsten des Impferfolges.
Schwachstellen sind:
- Wir kennen nie exakt den im Feld kursierenden Influenza (H3/N8) Virenstamm
- Ist er identisch mit dem Impfantigen?
- Es gibt keinen labormäßig erfassbaren Parameter für eine belastbare Impfimmunität beim Pferd.
- Auch das geimpfte Pferd kann, vor allem unter Stress, noch Virus ausscheiden.
- Es bleibt immer ein Wettlauf zwischen den Impfantigenen im jeweiligen Impfstoff
und den besonders im Hämagglutinin (führen zur Verklumpung von roten Blutkörperchen) gedrifteten (abgewandelte) Feldviren (von der Wildbahn aufgenommene).
- Wir haben keinen belastbaren heterogenen Kreuzschutz zwischen diesen Stämmen.
7. Wie erklären Sie sich, dass weiterhin gegen Herpes geimpft wird, obwohl die Impfung nicht vor Ausbruch der Krankheit schützt?
Prof. Thein: Merkantile (Kaufmännische) Gründe und falsche Vorgaben der STIKO des BpT (Bundesverband praktizierender Tierärzte).
8. Wie stehen Sie zu den neuen Kombinationsimpfungen Influenza/ Tetanus, die nach der Bestimmun der FN nun halbjährlich wiederholt werden müssen?
Prof. Thein: Es gibt keine neue Influenza/ Tetanusvakzinen. Der Fehler dieser Kombi- Impfstoffe liegt in deren gedankenloser Anwendung durch die Praktiker. Richten Sie sich – und das geschieht meist – nach den Influenzaterminen, wird damit viel zu oft gegen Tetanus geimpft. Das Pferd benötigt nach korrekter Grundimmunisierung nur ca. alle 15 Jahre eine Tetanuswiederholung – wie der Mensch. Jedoch nicht alle 6 oder 12 Monate wie besonders mit den Kombiimpfstoffen.
9. Gibt es Möglichkeiten der Turnierteilnahme ohne Impfungen, wenn der Pferdebesitzer nachweisen kann, dass sein Pferd mit einem schwachen Immunsystem oder einer Vorerkrankung die Impfung voraussichtlich nicht unbeschadet überstehen wird?
Prof. Thein: Das hängt von der Fachkenntnis und der Zivilcourage des jeweiligen Turniertierarztes ab.
10. Wie wird bewiesen, dass Impfstoffe wirken?
Prof. Dr. Thein: Durch die im Zulassungsverfahren vorgeschriebene Belastungsinfektionen und die Antikörperbildung nach der Impfung. Diese Vorschriften sagen – vor allem wenn sie nicht am Pferd erhoben werden – allerdings nur bedingt etwas über die tatsächliche Schutzwirkung aus.
11. Wenn ein Impfstoff nachweißlich keine zufriedenstellende Wirkung erzielt, wird er dann vom Markt genommen?
Prof. Thein: Das wäre schön! S. „Equine Herpesviren“.
Gefahren
12. Impfkritiker behaupten, etwaige Probleme nach Impfungen/ Nebenwirkungen/ Langzeitfolgen/ Spätfolgen/ Schäden würden heruntergespielt, weil sie nicht mit der Impfung in Verbindung gebracht werden können. Sie können allerdings auch nicht widerlegt werden. Welche Inhaltsstoffe sehen Sie als problematisch an und warum?
Prof. Thein: Es ist sehr schwierig, eventuelle negative Impffolgen kausal dem Impfstoff als Verursacher beweisend zuzurechnen. Es gibt kaum glaubhafte Nachweisabsichten seitens der Impfstoffhersteller sowie schlüssige Nachweisverfahren. Problematisch ist weit vor den verfügbaren Pferdeimpfstoffen die Reklame der Hersteller, deren Beipackzettel mit z.T. veralteten und/oder falsche Angaben sowie das Verhalten der der Praktiker, die sowohl diesen Beipackzettel als auch der „Impfleitlinie“ gerne folgen. In den existierenden Impfstoffen sind meist die Begleit- und Hilfsstoffe, pferdefremdes Eiweiß usw. Ursachen für Impfschäden, ebenso wie falsche, z.B. unsterile Anwendung usw.
* Prof. Dr. Dr. med. vet. habil. Peter Thein
Fachtierarzt für Pferde Fachtierarzt für Mikrobiologie
1. 1964 -1969 Tätigkeit am Institut für Blutgruppen- und Resistenzforschung München
2. 1969- 1982 Institut für Infektionsmedizin und Medizinische Mikrobiologie,
Tierärztliche Fakultät der Ludwig Maximilians Universität München
a. Entwicklung der Pferdevirologie, Pathogenese, Diagnostik usw.
b. Entdeckung und Erstbeschreibung neuer pferdepathogener Viren, z.B. Säugerreoviren als Ursache von Atemwegserkrankungen des Pferdes. Erstisolation EHV4aus Pferdegehirn bei der EHM
Erstisolation EHV2 aus Augen von Pferden, Ursache der Keratoconjunctivitis Erstbeschreibung von EHV3 als Ursache des Deckexantems usw.
c. Erstmals gelungene chemische Inaktivierung von EHV und EHV‹. Entwicklung des lmpfstoffes Resequin usw.
3. Leiter des WHO collaborating center for comparative virology, München
4. Ab 1981 eigene Fachtierarztpraxis für Pferde, Hengsthalter
5. Leitender Fachredakteur und Herausgabe des „Handbuch Pferd”
6. 1984-1993 Leiter der weltweiten Forschung und Entwicklung Biologie der Bayer AG und Leiter des Instituts für Biologische Forschung und Entwicklung.
Forschung und Entwicklung von Impfstoffen in Deutschland und den U.S.A.
7. Berater der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen, von Bundes- und Ländertierärztekammern, Gestüten, Biologisch Forschender Pharmaindustrie usw.. Leiter der Arbeitsgruppe lnfektionsschutz der Deutschen Gesellschaft für Pferdemedizin, Gründungsmitglied der Ständigen lmpfstoffkommission bis 2010.
8. ca. 200 wissenschaftliche Publikationen zum Thema Infektionsmedizin Pferd, Mitarbeit an zahlreichen Lehr und Fachbüchern usw..
9. 33 Jahre Hochschullehrer mit eigener Vorlesung an der Tierärztlichen Fakultät München zum Thema: „Infektionsmedizin und Infektionsschutz des Pferdes”.
