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Sei du die Veränderung, die du dir für die Welt wünscht!

Herdenpower!

Denn nur gemeinsam sind wir stark!

Das Team der rein ehrenamtlichen "Pferdehilfe.org" setzt sich aus einem wertvollen Netzwerk an Experten und Pferdefreunden zusammen, die gemeinsam das Ziel verfolgen: Den Pferden und anderen Tieren ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Mehr unter " ZIELE"

Mit dem Auge auf den ganzheitlichen Schutz dieser wunderbaren Geschöpfe möchten wir wertvolles gemeinsames Wissen teilen und dabei alles dafür tun, um den Tieren ein besseres Leben in unserer modernen Welt zu ermöglichen.


 




Der Anfang dieser Liebe zu den Reitschulpferden
Schon in frühster Jugend zogen mich Pferde in ihren Bann. Neben all den schönen Erlebnissen und guten Seiten des Pferdesports sah und fühlte ich auch das große Leid, welches diesen wunderbaren Tieren tagtäglich zugefügt wird. Mit zehn Jahren stand ich hilflos weinend in der Reithalle, nicht verstehend, warum mein Lieblingspferd Furo wieder einmal heftigst mit der Gerte geschlagen wurde. Sein Kopf war mit einem kurzen Stoßzügel festgebunden, damit er an einem Samstag auch seine vierte Reitstunde in Folge absolvierte. Dieses scheinbar „normale Leben“, das viele Reitschulpferde erdulden müssen, konnte ich schon damals nicht mit ansehen.


Pferde faszinieren durch ihre unbändige Leidenschaft für Freiheit

Heimlich brachte ich Furo so manches Mal auf eine Koppel, damit er seine Freiheit für wenige Minuten genießen konnte. Dort tanzte er los, seinen Schweif hielt er stolz in die Höhe, reckte den Hals und drehte voller Glück seine Runden in einem Tempo, das ich ihm nie zugetraut hätte. Voller Respekt beobachtete ich den im Reitschuleinerlei langsamen, müden Gaul, wie er seine Freiheit auf der Koppel genoss. In wenigen Augenblicken hatte er sich in das Tier verwandelt, als das er eigentlich geschaffen war. Kraftvoll, edel, freiheitsliebend und empfindsam. Temperamentvoll, wenn er sich außerhalb der Zwänge befand, die er ansonsten still erduldete. Er gehörte zu jenen sanften Charakteren, die sich eher zurückziehen, als dass sie sich wehren. Auf der Koppel durfte ich sein wildes Pferdeherz spüren, diese ungebremste Leidenschaft erkennen, die Pferde ausmachen - wenn wir sie zulassen und wenn wir ihnen Freiheit und Raum geben, um sich zu entfalten. Ich fühlte mich Furo damals so nah wie nie einem Lebewesen zuvor. Heute weiß ich, warum.
Wenn ich ihn dann in seinen Ständer zurückbrachte, in dem er angebunden bis zur nächsten Reitstunde warten musste, fühlte ich mich regelmäßig miserabel.
Furo wurde irgendwann „entsorgt“ *. Schon mit vierzehn Jahren wurde er als nicht mehr leistungsfähig zum Schlachter gefahren, und das obwohl er uns über viele Jahre treu gedient hatte. Heute weiß ich aus eigener Pferdehaltung, dass selbst große Pferde vierunddreißig werden können. Damals hätte ich mein fünfzehnjähriges Leben für seines gegeben - nach über fünf Jahren Freundschaft brach mir das Herz, als ich von seinem Ende erfuhr.
Furo hat mich geprägt. Er hat meine nicht einfache Jugend begleitet und schöner gemacht. Er war da mit seiner Sanftheit, ließ mich auf seinem Rücken reiten. Mit etwa dreizehn Jahren gab ich ein Versprechen an ihn, das ich heute erfüllen möchte. Aus Dankbarkeit und Liebe zu diesen wunderbaren Tieren, die uns so viel schenken, möchte ich etwas zurückgeben. Dieses Versprechen hat mein Berufsleben bestimmt und nun teile ich über Pferdehilfe.org meine Erfahrungen und Erkenntnisse. Ich wünsche mir, dass wir die Systeme, in denen wir uns mit unseren Tieren befinden, genau anschauen, hinterfragen und es wagen, über Veränderungen nachzudenken, zu sprechen und sie eventuell einzufordern.

Eure Katrin

*Sorry, liebe Reitschulbetreiber - verzeiht mir, dass ich diesen Ausdruck benutze, obwohl ich eure Zwickmühle kenne - dazu an anderer Stelle mehr ...

Teile aus "Seelenfreunde" von Katrin Ehrlich erschienen 2016 im Crystal Verlag.