Seit 15 Jahren werden in Europa Pferde geklont. Damit soll das Genmaterial kastrierter oder bereits verstorbener Tiere für die Zuchtwelt gesichert werden. Aktuell leben mehrere hundert Pferdeklone weltweit, sechs Klonhengste stehen bereits im Deckeinsatz und die ersten Genkopien weisen eigene Sporterfolge auf.
Die Nachricht, dass Ulla Salzgebers legendäres Olympia-Pferd Rusty zwei Klone hat, kam nur wenige Tage nach dem Aufreger aus Oregon. Dort war es Genforschern Mitte Mai erstmals gelungen, embryonale Stammzellen zu klonen. Seitdem wird wieder einmal heftig diskutiert, ob damit der Weg zum ersten menschlichen Klon geebnet wurde. So abwegig ist das gar nicht, immerhin gelang dieses Experiment bei Säugetieren bereits vor vielen Jahren. Aktuell leben rund 150 geklonte Pferde weltweit, sechs Klon-Hengste stehen bereits im Deckeinsatz. Auf dem letzten FEI Sport Forum ließ der Weltreiterverband offiziell Klone und ihre Nachzucht für FEI-Veranstaltungen zu. Wird bald wieder ein junger Rusty durchs Viereck schweben?
Dollys Erbe
Mit Dolly fing alles an. Als schottische Wissenschaftler 1996 ein Schaf klonten, ging ein Aufschrei um die Welt. Besonders makaber war, dass das Spendertier bereits tot war – Dolly war also eine Art Zombie. Es folgten Mäuse, Kaninchen, Hunde, Ziegen, Mulis… und irgendwann auch das erste Pferd: 2003 kam in Cremona/Italien das Haflingerfohlen Prometea zur Welt. Sie wurde ausgerechnet nach Prometheus benannt, der den Göttern das Feuer stahl, um es den Menschen zu geben.
Die Stute, die das Fohlen austrug, war auch Lieferant für das Erbmaterial – sie trug also ihre eigene Zwillingsschwester aus. Prometeas Schöpfer waren hingegen die Wissenschaftler aus dem Team um Dr. Cesare Galli vom Laboratorio di Tecnologia della Riproduzione (LTR). Sie entnahmen Tierkadavern in einem Schlachthaus Hunderte Eizellen, kultivierten sie und ersetzten das Erbgut durch die DNA aus Hautzellen erwachsener Pferde. Die Ausbeute war mager: Aus 841 rekonstruierten Eizellen entstanden innerhalb einer Woche lediglich 22 Embryonen. Nur ein Fötus entwickelte sich schließlich zu einem Fohlen.
Prometea war eine x-beliebige Schöpfung, ein Tierversuch. Doch zwei Jahre später gelang es den italienischen Forschern, in Zusammenarbeit mit dem französischen Gen-Labor Cryozootech das erste Hochleistungspferd zu klonen: Den damals 20-jährigen Vollblut-Araber Pieraz, der in den 90er-Jahren zweimal Distanz-Weltmeister war.
Hatte sich die Menschheit bei Dollys Geburt noch gefragt, welchen Sinn es hat, Tiere zu klonen, gab das Retortenfohlen Pieraz-Cryozootech-Stallion den Experimenten eine Art züchterische Legitimierung: Pieraz war ein Spitzensportler, von dem die Pferdezucht profitiert hätte – wäre er nicht Wallach gewesen.
Gen-Shopping
Das erklärte Ziel der Forscher lautete nun, das Erbgut von Ausnahmepferden, die früh starben oder kastriert wurden, an spätere Generationen weiterzugeben. Zu diesem Zweck legte Cryozootech eine Gendatenbank an und Dr. Eric Palmer, der das Unternehmen 2001 gegründet hat, zieht seitdem von Stall zu Stall, um den Besitzern von Top-Pferden deren Erbmaterial abzukaufen.
Das Prozedere für den Gen-Kauf ist einfach: Ein Tierarzt stanzt den Pferden eine fingernagelgroße Hautprobe aus der Brust. Die darin enthaltenen Zellen werden dann im Labor kultiviert und tiefgefroren. Zum Klonen wird die Konserve wieder aufgetaut, mit einer entkernten Eizelle verschmolzen und einer Leihstute eingesetzt. Das Honorar? Darüber schweigen sich alle Seiten aus.
Palmer hat mit seiner Shopping-Tour Erfolg: Bei Cryozootech können sich Züchter aus einem 56 Seiten starken Katalog für 200.000 Euro ihren ganz persönlichen Klon aussuchen. Dazu kommen noch etwa 30.000 Euro für die Rechte am Genmaterial, die genaue Summe hängt vom Original ab. Zu haben wären zum Beispiel noch Beauvalais (Heike Kemmer) oder Jolie Coeur (Franke Sloothaak) Auch die Namensliste der Spender, die bereits als Vorlage dienten, ist beeindruckend: Quidam de Revel, E.T., Calvaro, Poetin, Ratina. Und nun auch Rusty. Das Lettische Warmblut, mit dem Ulla Salzgeber unter anderem zweimal olympisches Mannschaftsgold sowie Einzel-Bronze und Einzel-Silber holte, ist ein Wallach. „Wir planen, die beiden Rusty-Klone als Deckhengste einzusetzen“, sagt Dr. Palmer.
Klone im Sport?
Nachdem der Weltreiterverband FEI im Juni 2012 den lange umstrittenen Einsatz von Klonen im Sport offiziell erlaubt hat, zieht Palmer allerdings auch die Zusammenarbeit mit einem Top-Dressurreiter in Betracht. „Die Zucht und Ausbildung von Dressurpferden ist neu für uns – wir sind eher Genforscher als Pferdeleute“, sagt er. „Wir suchen gerade nach Partnern aus der Dressurwelt, denn wir werden nun auch darüber nachdenken müssen, Klone in den Sport zu bringen.“
Wäre aber die natürliche Konkurrenz noch gewährleistet, wenn man im Parcours gegen drei E.T.s und im Viereck gegen zwei Rustys antreten müsste? Die amerikanische Tierärztin und Genforscherin Dr. Katrin Hinrichs, die 2005 an Quidams Klonprozess beteiligt war, beruhigte damals: „Klonen ist nicht dazu da, Turniercracks hervorzubringen. Dazu sind die Bedingungen, denen ein geklontes Fohlen sowohl im Mutterleib als auch nach der Geburt ausgesetzt ist, zu unterschiedlich. Zwar hat ein Klon das gleiche Erbmaterial wie seine Vorlage, doch seine Wesensmerkmale sind vermutlich ganz anders. Denn Aufzuchtbedingungen, gute oder schlechte Erfahrungen und nicht zuletzt die Qualität der Ausbildung und des Reiters spielen eine entscheidende Rolle für den Charakter und die Qualität eines Sportpferdes.“ Das sieht auch der Chef-Veterinär der FEI Graeme Cooke, der beim FEI Sport Forum dabei war, ähnlich (siehe Interview).
Trotzdem: Die Züchter wollen den E.T.-Klon, der mittlerweile sieben Jahre alt ist, springen sehen – und er springt! Im Moment zwar nur auf der Internetseite von Cryozootech, doch er geht so locker-flockig durch den Parcours, dass man sich ihn durchaus als erfolgreiches Springpferd vorstellen kann…
Gesundheitliche Probleme
Der Versuch, Rusty zu klonen, dauerte insgesamt acht Jahre. „Beim Klonen kommen viele Abgänge und Frühgeburten vor“, erklärt Eric Palmer. „Das liegt an einer fehlerhaften Reprogrammierung des Genoms, auch epigenetische Abnormalitäten genannt. Defekte Embryonen gehen ab.“ Die Entstehung der Rusty-Klone ist schwer in Zahlen zu fassen. „Tausende gesammelter Eizellen, Hunderte Zelltransfers, Dutzende Embryonen, über zehn fehlgeschlagene Trächtigkeiten…“, resümiert der Wissenschaftler. „Die Embryonen, die nach drei Wochen gesund sind, entwickeln sich relativ normal.“
Prof. Dr. vet. med. Eckhard Wolf vom Genzentrum der LMU München hat allerdings eine gesundheitliche Beeinträchtigung bei Klonen beobachtet: „Tatsächlich treten Defekte an verschiedenen Organen bei Klontieren wesentlich häufiger auf, als bei natürlich gezeugten Tieren. Dies kann natürlich mit schweren Leiden für das Tier verbunden sein.“
Auch eine Calvaro-V-Kopie kam erst nach fünf Jahren gesund zur Welt, unter anderem deshalb, weil ein vorheriges Fohlen eine Frühgeburt war und, genau wie Dolly, an Arthritis litt. Das gesunde Fohlen war dann bei seiner Geburt schon zu 25 % an Investoren verkauft. Denn das Geschäft mit den Klonen ist nicht nur einem elitären Kreis vorbehalten.
Klone für jedermann
Es gibt durchaus günstige Möglichkeiten, im großen Reproduktions-Roulette mitzuspielen. Beim „Cell Banking“ kann man zum Beispiel das Genmaterial seines eigenen Pferdes einfrieren lassen (ca. 5000 Euro) oder sich beim „Clone Sharing“ für einen ähnlichen Betrag an einem Klon beteiligen. Man kann in Frankreich sogar seinen eigenen Vierbeiner reproduzieren lassen. Kostenpunkt: 250.000 Euro.
Deutlich preiswerter bekommt man einen Pferde-Klon in den USA. Das Unternehmen ViaGen in Austin/Texas ist die einzige Firma weltweit, die das Klonen von Haustieren und Pferden kommerziell betreibt. 125 gesunde Pferdeklone habe die Firma bereits hervorgebracht und in die ganze Welt geliefert, berichtet ViaGen, und 2000 Leihstuten stünden zur Verfügung.
Auch hier muss der Kunde dem Labor lediglich eine Hautprobe zur Verfügung stellen, um den Rest kümmern sich die Wissenschaftler. Für 165.000,- Dollar fliegt schließlich das gesunde Fohlen mit seiner Leihmutter zum Auftraggeber, nach dem Absetzen reist die Mutterstute wieder zurück nach Texas. „Die Nachfrage nach geklonten Pferden steigt stetig an“, sagen die amerikanischen Forscher. „Die meisten Auftraggeber kommen aus Europa und Südamerika.“
Aber hat ein Klon überhaupt ähnliche Wesensmerkmale wie das Original? „Bisher gibt es dazu keine systematische Untersuchung“, sagt Dr. Eckhard Wolf dazu. „Meine Vermutung ist, dass sich das geklonte Tier durchaus stark vom Original unterscheiden kann. Ich denke, dass viele der Auftraggeber mit dem Ergebnis unzufrieden sein werden.
Die Klone pflanzen sich fort
Dass Klone sich natürlich fortpflanzen können, ist seit 2008 bewiesen. Wieder waren die Italiener am schnellsten: Klon-Sensation Prometea brachte ein gesundes Hengstfohlen zur Welt. „Prometea hat gezeigt, dass sie ein ganz normales und gesundes Tier ist“, freute man sich in Cremona. „Der letzte Beweis für ihre Normalität ist die natürliche Geburt von Pegaso.“
Mittlerweile gibt es bereits sechs Klon-Hengste, die im Deckeinsatz stehen. Die Kopie des Vollblüters Pieraz deckt in Frankreich bereits seit 2009 und hat über 30 gesunde Fohlen vorzuweisen, seit letztem Jahr sogar einen Enkel. Der Klon von Hugo Simons Spitzenpferd E.T., der 3,2 Millionen Euro zusammensprang, bekam 2010 zum ersten Mal Nachwuchs. Seit 2012 ist das Tiefgefriersperma von E.T. weltweit zu haben, und das ist gar nicht so teuer. Bei Reservierung sind 600 Euro und bei Trächtigkeit der Stute 800 Euro fällig. „Damit wollen wir zeigen, dass Klonen bei der Zucht helfen kann und im finanziellen Rahmen vieler Züchter liegt“, so Cryozootech.
Auch der Klon des Ausnahme-Hengstes Quidam de Revel steht seit 2012 in Belgien im Deckeinsatz, Gemini (Klon von Gem Twist) pflanzt sich fleißig fort und auch die Kopien von Levisto Z und Chellano decken in Zangersheide.
Das belgische Stutbuch Zangersheide ist es auch, welches den Reproduktionen von Pieraz, E.T., Levisto und Chellano ihre Zuchterlaubnis erteilt hat. Gestütschef Léon Melchior ist dafür bekannt, dass er neuen Techniken und Methoden offen gegenüber steht. Vor gut 30 Jahren wurde in Zangersheide mit künstlicher Besamung begonnen – gegen den Willen der deutschen Zuchtverbände. Heute gehört sie zur züchterischen Normalität. Auch beim Embryo-Transfer spielte Melchior eine Vorreiterrolle und schließlich war Zangersheide das erste Zuchtbuch, das Klone zuließ.
Der Belgier ist allerdings nur an Springblut interessiert. Deshalb ließ Dr. Palmer Rusty Klon 1 und Rusty Klon 2 ins britische Anglo European Studbook (AES) eintragen. „AES hat außerdem zwei Klone von Gem Twist und einen von Romulus 16 aufgenommen“, freut er sich. Auch das holländische KWPN-Stutbuch zog mit und nahm zwei Klone des Dressur-Hengstes Jazz auf, der jahrelang das Ranking der besten Vererber des Weltzuchtverbandes anführte. „Ich hoffe, das nächste Stutbuch, das Klone registriert, wird ein deutsches sein“, so Palmer.
Erste Langzeitstudie läuft
Dr. Katrin Hinrichs führt an der A&M Texas University die erste Langzeitstudie zum Thema „Pferdeklonen“ durch. Seit sechs Jahren beobachtet sie 14 Pferde, die sie selbst geklont hat. Dabei interessieren sie vor allem zwei Fragen: Wie sehr ähneln die Klone ihren Vorbildern und wie kann Klonen für die Pferdeindustrie genutzt werden?
„Wie stark die Ähnlichkeit zum Spendertier ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Davon stehen zwei direkt mit dem Klonen in Verbindung“, erklärt die Genforscherin. „Das sind zum einen Veränderungen der Mitochondrien, die das Erbmaterial enthalten, und zum anderen epigenetische Veränderungen. Dadurch kann ein Klon z.B. etwas kleiner, größer, kräftiger oder zierlicher ausfallen als das Original.“ Oder, wie im Falle von E.T.s Kopie, nicht genau dieselbe auffällige Blesse haben. Diese kleinen Veränderungen im Erscheinungsbild entstehen, da Chromosomen nicht nur eins zu eins vererbt werden, sondern auch durch Lebensumstände beeinflusst werden können. So ist ein Embryo, der im Reagenzglas erzeugt wird, anderen Bedingungen ausgesetzt als einer, der in der Gebärmutter heranwächst. „Das kommt auch beim Embryo-Transfer vor“, so Dr. Hinrichs, „aber beim Klonen fällt es mehr auf, weil man ein bestimmtes Aussehen erwartet.“
Diese Abweichungen sowie gesundheitliche Probleme, die bei vielen neugeborenen Klonen auftreten, machen es für Dr. Hinrichs unwahrscheinlich, dass die Klone genauso leistungsfähig sind wie ihre Vorbilder. Sie könnten aber eingesetzt werden, um leistungsfähige Nachkommen zu zeugen, sagt sie. „Klonen ist eine Möglichkeit des Gen-Bankings, ähnlich wie bei Tiefgefriersperma. Auf diese Weise können sich unfruchtbare oder tote Pferde weiter fortpflanzen.“
Aber: „Beim Klonen kann auch Missbrauch und Manipulation betrieben werden und es ist schwer vorhersehbar, wie weit das gehen kann. Klonen ist nicht nur ineffizient und kostspielig, sondern aufgrund der vielen Einflussfaktoren auch ungeeignet, um Champions zu schaffen. Klonen ist nicht dazu da, Sportpferde zu machen, sondern Zuchttiere.“
Rechtliche Lage ungeklärt
Wer hat eigentlich das Recht am Genmaterial von Zuchtpferden? Der Züchter oder der Besitzer? Mal angenommen, ein Züchter entscheidet sich aus guten Gründen, z.B. Exterieurmängeln dazu, ein Pferd kastrieren zu lassen und verkauft es dann als Wallach – hat der Käufer dann das Recht, mit dessen Genmaterial einen Klon zu erzeugen? Immerhin ist der Ideengeber für die Anpaarung der Züchter – sollte er deshalb nicht auch gewisse Rechte an seiner Kreation haben?
Wie weit diese Rechte gehen, ist noch ungeklärt. Obwohl das Klonen in der EU nicht verboten ist, weder zur Fleischproduktion noch zu Forschungszwecken, sind sich die Experten darüber einig, dass in Deutschland vorerst nicht geklont wird. Zu teuer, zu aufwändig, zu strenge Gesetze. „Deutschland hat ein sehr strenges Tierschutzgesetz“, erklärt Genforscher Eckhard Wolf. „Klon-Experimente mit Tieren sind hier genehmigungspflichtige Tierversuche. Um eine Genehmigung zu erhalten, müssen wir nachweisen, dass potenzielle Leiden, Schmerzen oder Schäden beim Klonierungsprozess oder an den Klonen selbst im Gleichgewicht zum zu erwartenden Erkenntnisgewinn stehen. Deswegen brauchen Forscher in Deutschland einen triftigen Grund, um eine Genehmigung zu erhalten, z.B. die Aussicht auf neue Erkenntnisse zur Bekämpfung von Krankheiten.“ Dass in Deutschland das Klonen für die Pferdezucht zugelassen wird, ist für Wolf deshalb kaum vorstellbar.
Ob Pferdeklone die Ausnahme bleiben oder sich diese Technik irgendwann ebenso durchsetzen wird wie einst die künstliche Besamung, wird sich zeigen. Für Prometheus ging die Sache mit dem Feuer jedenfalls nicht gut aus. Er versauerte, an einen Felsen gefesselt. Und den Menschen schickte Zeus die Büchse der Pandora.
Wie wird ein Pferd geklont?
Um ein Pferd zu klonen, wird ihm ein fingernagelgroßes Stück Haut aus der Brust gestanzt. Die Zellen werden im Labor als Kultur angelegt und in flüssigem Stickstoff tiefgefroren. Zum Klonen wird die Konserve aufgetaut und mit einer entkernten Eizelle verschmolzen, sodass ein Embryo entsteht. Dieser wird dann einer Leihstute eingesetzt.
Das hört sich einfach an, doch die meisten Klon-Versuche scheitern. Der Embryo verkümmert oder es kommt zu Frühgeburten. Für diese hohe Fehlerquote werden sogenannte Imprinting-Defekte verantwortlich gemacht. Das heißt, dass die Prägung („imprinting“) der Gene falsch abläuft. Denn ein Embryo, der im Reagenzglas erzeugt wird, ist anderen Bedingungen ausgesetzt, als einer, der in der Gebärmutter heranwächst.
Interview mit Graeme Cooke, Chef-Veterinär der FEI
„Die FEI verbietet die Teilnahme von Klonen an Turnieren nicht“
Anna Castronovo: Herr Cooke, warum hat die FEI ihr Regelwerk geändert und die Teilnahme von Klonen und deren Nachzucht an FEI-Veranstaltungen offiziell zugelassen?
Graeme Cooke: Auf dem FEI Sport-Forum 2012 wurde ein Überblick aller bisherigen Klon-Aktivitäten präsentiert und debattiert. Das hat zu einem besseren Verständnis dieser Technik geführt.
Ist es denn fair, gegen drei E.T.s und zwei Rustys antreten zu müssen? Sind Klone genauso leistungsfähig wie ihre „Originale“?
Es gibt mehrere Gründe, warum ein geklontes Pferd kaum dieselbe Leistungsfähigkeit erzielen wird wie das Original-Pferd, zum Beispiel die Bedingungen in der Gebärmutter, Fütterung und Ausbildung. Klone unterscheiden sich beträchtlich vom Original.
Da die Nachzucht der geklonten Pferde durch konventionelle Methoden, wie natürliche Bedeckung oder künstliche Besamung produziert wird, geht die FEI davon aus, dass das Fair Play aufrechterhalten bleibt. Deshalb wird die FEI die Teilnahme von Klonen und deren Nachzucht an FEI-Veranstaltungen nicht verbieten.
Haben sich Klone bereits im Turniersport bewährt?
Wir haben aktuell keine Informationen darüber, dass Klone bereits an FEI-Veranstaltungen teilgenommen haben. Es ist auch unwahrscheinlich, dass in absehbarer Zeit viele Klone bei FEI-Wettbewerben starten werden, da es im Moment nur wenige gibt und diese meist noch jung sind. Außerdem werden Klone in der Regel nicht als Sportpferde geschaffen, sondern als Zuchtpferde.
Sind geklonte Pferde anfälliger für Krankheiten?
Wir werden die wissenschaftliche Entwicklung weiterhin genau beobachten, vor allem in Bezug auf das Wohlergehen der Pferde. Im Moment gibt es allerdings keine Hinweise auf besondere gesundheitliche Probleme von Klonen.
Anna Castronovo
Spannender Krimi mit echten Recherchen:
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Anna Castronovo arbeitet seit über 20 Jahren Jahren als Fachjournalistin für Pferde. Ihre Krimis basieren auf wahren Recherchen.
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